Sonnenschein, Freiheit und eine kleine Blume...

"Leben ist nicht genug, sagte der Schmetterling. Sonnenschein, Freiheit und eine kleine Blume gehören auch dazu."

Dieses Zitat stammt von Hans Christian Andersen und er hat so Recht! 

Wir erleben in unserer klitzekleinen Kinderhochschule so viele wunderbare gemeinsame Momente, doch so schön wir es uns auch machen, wenn wir nicht jeden Tag aufs neue aufbrechen würden, unsere Lebenswelt zu erkunden, fehlten uns Freiheit, unzählige kleine Blumen und viele wärmende und erleuchtende Lernerfahrungen.

Beim Erkunden unserer schönen Stadt und ihres Umlands helfen uns ganz besonders unsere Lastenfahrräder. Sie sind bereits zu einem unverzichtbaren Element unseres Alltags geworden. Ohne sie gäbe es keine Picknicks auf den Wiesen und Spielplätzen sobald die ersten Frühlingssonnenstrahlen locken. Wir könnten keine spontanen Ausflüge nach Wieck oder an den Strand unternehmen, in unser Räuberlager radeln, um den Wald zu genießen oder herrliche Erkundungsradtouren unternehmen. 

Die Waldtiere hätten keinen Weihnachtsbaum von uns und wir könnten im Herbst nicht zu unserem geheimen Kastanienbaum radeln, der die schönsten, dicksten und glänzendsten Kastanien trägt, die man sich vorstellen kann.

Dies sind unsagbar schöne Momente, die wir nicht missen möchten.

Seit fünf Jahren sind die Räder unsere treuen Begleiter. Wer nicht selbst radelt, kann im Wagen Platz nehmen und die vorbeiziehende Landschaft genießen, singen und ganz viele Fragen stellen sowie seine Beobachtungen mitteilen.

Und natürlich wächst die Vorfreude auf den Moment, wenn man endlich selbst mit dem eigenen Fahrrad mitfahren kann und stolz die erste große Tour gemeistert hat. Dann kann man unter Beweis stellen, wie sicher und verantwortungsvoll schon junge Kinder am Straßenverkehr teilnehmen können und erfahren wie weit man radeln kann ohne müde zu werden.

Denn immer ist auch der Weg das Ziel. Deshalb haben Katrin und Gunnar keine Trittkraftunterstützung. So ist es viel leichter sich in die Anstrengungen einzufühlen, die die kleinen Kinderbeine erbringen, wenn es zum Beispiel bergauf geht. Außerdem sind wir auf diese Weise nicht zu schnell und sicher unterwegs. 

 

Und dann gab es im Frühjahr noch diesen kleinen Schatz: Eine junge Amsel hatte sich im Schutz unserer Fahrräder ein Nest gebaut und ihre Eier hinein gelegt. Lange Zeit hat sie gebrütet, doch dann war sie eines Tages nicht mehr zurück gekehrt. Die Eier blieben verlassen im einsamen Nest und es konnten leider keine Kücken schlüpfen. Aber wir werden die Wintermonate nutzen und einen Nistkasten bauen. Darin ist die Vogelfamilie dann sicher. 

Wie diese Zeilen erahnen lassen, werden uns die Lastenräder natürlich weiterhin als treue Weggefährten zur Hilfe sein, wenn wir uns auf machen zu "leben", den Sonnenschein, im Sinne reicher Erfahrungen und unvergesslicher Erlebnisse, zu genießen und kleine Blumen, als besondere und wertvolle Schätze, für immer zu bewahren. Wir sind glücklich frei und ungezwungen neue Wege zu entdecken und diese zu "erfahren".